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Sprachförderung

Sprache fördern durch motivierende Verhaltensweisen

Ein Kind kann nur dann selbst sprechen lernen, wenn die Menschen in seiner unmittelbaren Lebenswelt seine Sprache fördern,  ständig liebevoll mit ihm in sprachlichen Kontakt treten und es an ihrer sprachlichen Welt teilnehmen lassen. Kein Kind lernt sprechen, indem man es täglich der Einfachheit halber stundenlang vor den Fernseher setzt! Obwohl es dort auch Sprache hören würde, hätte es keine Gelegenheit, mit den Sprechern in emotionalen Kontakt zu treten, sich mit ihnen auszutauschen und nachzufragen. Auch können sich Fernsehsendungen nicht dem augenblicklichen Sprachniveau des Kindes anpassen und bieten daher nicht die geeignete Sprachanregung für Kleinkinder. Eltern hingegen passen sich intuitiv den vorhandenen sprachlichen Fähigkeiten ihres Nachwuchses an, indem sie beispielsweise einem zweijährigen Kind gegenüber in der Regel keine komplexen Satzkonstruktionen oder Fremdwörter verwenden. Aber sogar noch bevor das Kind überhaupt zu sprechen beginnt, wissen Eltern (bzw. alle Erwachsenen und sogar ältere Kinder) intuitiv, wie sie die Sprachentwicklung ihres Kindes am besten unterstützen können. So spricht man normalerweise völlig automatisch höher und langsamer mit Babys als mit Erwachsenen, weil Babys hohe Töne besser wahrnehmen können als tiefe. Außerdem macht man nach einer Frage an das Baby eine kleine Pause, so, als ob man bereits eine Antwort des Kindes erwarten würde. Damit fördert man ihre Sprechfreude, denn sie werden zu einer Reaktion ermutigt (die oft auch als Brabbeln bereits erfolgt) und lernen, wie man miteinander ein Gespräch führt. Natürlich wird auch mit Babys in möglichst einfachen Sätzen gesprochen, wobei die besonders wichtigen Teile des Satzes entweder besonders betont oder wiederholt werden. Dies ermöglicht es Babys, die Grundstruktur des Satzbaus und die Abgrenzungen der Wörter untereinander wahrzunehmen, so dass es schon eine Menge über Sprache weiß, wenn es das erste Wort spricht. All diese sprachentwicklungsunterstützenden Verhaltensweisen wenden wir an, wenn wir mit Babys in Kontakt treten, ohne dass uns je jemand darauf hinweisen musste, wie man am förderlichsten mit Babys spricht – offenbar handelt es sich um instinktives, angeborenes Verhalten.

Wenn die Kleinkinder dann selbst zu sprechen beginnen, können noch einige weitere Hinweise im Gespräch mit den Kleinen berücksichtigt werden, die hauptsächlich die Sprechfreude, den Mitteilungsdrang und die Neugier von Kindern fördern. Zu diesen Verhaltenstips, die die Sprache fördern (die aber ebenfalls die meisten Menschen intuitiv berücksichtigen) gehören:

  • Ein anregendes Sprachvorbild für das Kind zu sein, indem gerne und viel über die Welt, den Alltag, Gedanken, Gefühle und Phantasien gesprochen, erzählt und diskutiert wird, wobei das Kind einbezogen wird. Ein lebendiges Sprachvorbild regt das Kind sehr zur Nachahmung an und es wird gern an den Gesprächen teilnehmen und sich selbst mitteilen wollen.
  • Dem Kind immer die Wahl lassen, ob es etwas sagen möchte oder nicht. Keinesfalls sollte Sprechen durch Druck erzwungen werden („Jetzt sag doch Tante Erna, was das ist!“). Das Allerwichtigste ist, dass das Kind die Freude am Sprechen bewahrt, was unmöglich ist, wenn es anderen ständig etwas beweisen soll.
  • Dem Kind geduldig zuhören, so dass es sich ernst genommen fühlt und den Eindruck bekommt, dass es wichtig ist, was es denkt und sagt und dass es Erfolg hat mit seinen Mitteilungsabsichten. Es fällt nicht immer leicht, abzuwarten, bis das Kind mit seinen Erklärungen endlich zum Punkt kommt, aber es lernt eben sprechen eben nur durch – sprechen!
  • Auch mit Äußerungen des Kindes ganz normal umgehen, die noch fehlerhaft sind und das Kind auf keinen Fall zum Nachsprechen der richtigen Formulierung oder zum Wiederholen seiner Äußerung nötigen. Das Kind muss Zutrauen in seine sprachlichen Fähigkeiten gewinnen und das gelingt nicht, wenn es ständig auf seine Unzulänglichkeit hingewiesen wird, wobei ja der Inhalt seiner Mitteilungen automatisch an Bedeutung verliert. Bereits das Lallen und Brabbeln der ganz Kleinen sollte von ihren Bezugspersonen freudig aufgegriffen werden, so dass das Kind merkt, dass seine Bemühungen anerkannt werden und dass das, was es äußert, eine Bedeutung für seine Umwelt hat.
  • Blickkontakt zum Kind aufnehmen. Zum einen signalisiert dieser Interesse an dem, was das Kind zu sagen hat und stellt eine emotionale  Verbindung zwischen zwei Menschen her. Außerdem braucht das kleine Kind auch noch den Blick auf den Mundbereich des Gegenübers, von dem es sich die richtigen Lippen- und Mundpositionen für eine richtige Aussprache abgucken kann (schon Babys beobachten ganz besonders aufmerksam die Münder von sprechenden Personen).
  • Für die Sprachförderung von besonderer Bedeutung ist das Verfahren des korrigierenden Feedback, das von Sprachtherapeuten systematisch angewendet wird, aber auch von Eltern oft bereits unbewusst beim Sprechen mit ihrem Kleinkind eingesetzt wird. Hierbei werden die unvollkommenen oder fehlerhaften Äußerungen des Kindes unmittelbar nach Ende seiner Mitteilung vom Erwachsenen als Fortführung des Dialogs in korrekter Form wiederholt. Das Kind kommt auf diese Weise nicht in die Verlegenheit, direkt auf seine sprachlichen Schwächen hingewiesen zu werden, sondern hört einfach nocheinmal die richtige Form seiner Äußerung. Außerdem bekommt es den Eindruck, dass sein Gesprächspartner ihm zugehört hat und an der Weiterführung des Dialogs interessiert ist. 
Beispiele für das korrigierende Feedback:*auf Lautebene: „Das ist meine D“ – „Ja, und ich habe auch eine Gabel.“
*auf Bedeutungsebene: „Das Ding da.“ – „Du meinst die Ampel.“
*auf grammatikalischer Ebene: „Weh getu!“ – „Wo hast du dir denn wehgetan?“
Die Wiederholung des Erwachsenen sollte nicht künstlich erscheinen, sondern beiläufig erfolgen und durch weitere spontane Äußerungen ergänzt werden. Auch sollen natürlich nicht permanent alle nicht korrekten kindlichen Äußerungen korrigierend wiederholt werden.

Neben diesen Verhaltensweisen, die die Sprache fördern, sollten noch einige Dinge beachtet werden, die im Umgang mit sprachlernenden Kindern vermieden werden sollten (besonders, falls ein Kind schon sprachliche Auffälligkeiten aufweist), um seine Sprechfreude nicht zu bremsen oder es unnötig zu verunsichern. Oft werden solche Verhaltensweisen in dem Glauben angewendet, dass sie dem Kind helfen, sich richtig auszudrücken, was aber wie gesagt nicht der Fall ist, weil das Kind nur das Gefühl vermittelt bekommt, dass es den Ansprüchen nie genügen kann:

  • Die Mitteilungsversuche des Kindes nicht kritisieren oder ihm gar Strafe androhen, wenn es sich nicht mehr Mühe gibt. Statt dessen loben Sie Ihr Kind für seine Äußerungen und freuen sich darüber! Damit können Sie am Besten die Sprache fördern!
  • Das Kind nicht korrigieren oder nachsprechen lassen. Die einzige sinnvolle Möglichkeit der indirekten Korrektur stellt die oben beschriebene des korrigierenden Feedback dar.
  • Das Kind nicht darin unterweisen wollen, wie es zu sprechen habe, wie etwa durch Kommentare wie „sprich langsam“ oder „denk erst nach, bevor du sprichst“. Sprechen ist ein weitgehend unbewusst ablaufender Vorgang, in den von Laien keinesfalls eingegriffen werden sollte.
  • Mit dem Kind nicht in der Babysprache sprechen: Damit ist gemeint, dass der Erwachsene vollständig und richtig sprechen soll, wenn auch in einfachen Sätzen. Kinder bringen in einer bestimmten Entwicklungsphase häufig Wortneuschöpfungen hervor wie „Nana“ für alles Essbare oder benutzen Geräuschimitationen als Bezeichnung wie etwa „wauwau“ für alle Vierbeiner. Andere Begriffe wie „ata gehen“ für den Spaziergang oder „heia“ für schlafen hingegen stammen meistens von den Erwachsenen im Umfeld des Kindes, die die Babysprache infach niedlich finden. Richtiger wäre es aber, die eigenwilligen Ausdrücke des Kindes zwar freudig anzunehmen, aber selbst immer die richtigen Bezeichnungen zu verwenden, damit auch das Kind sie bald lernen kann.

Sollten Sie noch weitere Anregungen zum Thema “ Sprache fördern “ benötigen können Sie gern eine Termin mit uns vereinbaren.